Diesmal geht es eher um eine „wunderliche Erfahrung“, als um eine Begegnung. Fing alles damit an, dass wir beschlossen hatten, es sei an der Zeit für eine neue Küche…

Vor knapp zwei Monaten haben mein Mann und ich ein gutes Angebot auf eine Küche gesichtet, die wir eh schon seit längerem im Auge hatten. Da dieser Wunsch schon lange reifte, ergriffen wir die Gelegenheit und wagten endlich diesen Schritt. Dass es viel Arbeit wird, war klar – alte Küche raus, den Raum einmal neu machen samt Tapete und Boden… So weit so gut. Aber bei der Küche selbst entschieden wir uns diesmal für einen nicht gerade günstigen „Sorglos-Paket“ – Liefern, Montieren, Anschließen. Alles halt. Damit wir eben nicht an den falschen Ecken sparen.

Als Einer zur Vermessung da war, wurden selbstverständlich auch nochmal alle Anschlüsse geprüft, geklärt, was wir selbst nochmal machen müssen, Küchenplanung entsprechend angepasst und dann hieß es nur noch Raum vorbereiten und Küche in Empfang nehmen. Nach über drei Wochen Renovierungsarbeiten (das zieht sich doch ganz schön, wenn man nebenbei noch arbeiten geht) waren wir für heute – den vereinbarten Liefertermin – endlich fertig. Und dann gabs gestern dieses Klingeln an der Tür…

Gestern Abend, völlig unangemeldet, stand auf einmal der Monteur vor der Tür: „Hallo, ich bin Soundso, ich soll ihnen morgen die Küche montieren und da ich in der Gegend war, dachte ich mir, ich schaus mir schon mal vorab an.“ Klingt ja erstmal nett… Und dann betrat er den endlich fertigen Einzugsbereich der neuen Küche… Und ab da wars überhaupt nicht mehr nett: noch bevor der Herr seine (nicht mal vollständigen) Unterlagen zu unserer Küche ansah, fiel schon das erste „so geht das nicht“. Und diese Steckdose geht nicht und jener Anschluss geht nicht und alles geht nicht, das geht ja alles gar nicht, ne macht er nicht. Weil: er kanns zwar, aber ist alles nicht nach den neusten Standards (sein Wortlaut war: „nicht zulässig“) und er baue ja sonst immer Küchen für 70-80 Tausend Euro ein und er habe ja keine Lust wegen so ner piseligen Küche seine Firma zu riskieren… An dieser Stelle möchte ich zwei Sachen anmerken. Erstens: der Vermessungsmensch hatte uns gebeten eine Steckdose in Stand zu setzten und sein „OK“ zu dem Rest gegeben. Darauf hatten wir uns einen fähigen Elektriker bestellt, der sich um Entsprechendes gekümmert hatte und noch mehr: alle benötigten Steckdosen wurden geprüft und für gut befunden und Sicherheitsmaßnahmen wurden nachgerüstet. Dass wir jetzt nicht nochmal alle Wände aufgekloppt haben um komplett neue Kabeln zu legen, ist aber auch klar. Zweitens: in der neuen Küche wird es ein einziges Gerät mehr geben, als vorher – und zwar die Spülmaschine. Mehr nicht. Und der Rest..? Den Rest gabs vorher auch schon, jahrelang, ohne abzubrennen. Mag ja sein, dass in einem Haus aus den 50er Jahren nicht alles auf dem neusten Stand ist, aber funktionieren tut es trotzdem. So. Und dann kommt ein kleiner laut-motzender fremder Mann in unsere Wohnung und erzählt uns, was hier alles nicht geht und nicht funktionieren wird…

Als ein Mensch mit einem Beruf, der es erforderlich macht in fremde Lebensräume vorzudringen, sollte man sich doch eigentlich so zeigen, dass man einen überhaupt erst durch die Tür lässt. Sonst wird das Geldverdienen doch irgendwie gravierend erschwert… Nun. Diesen Mann lassen WIR gewiss nicht nochmal rein. Denn – mal abgesehen von dem abnorm unangenehmen Auftreten und Sprüchen wie „kann ich zwar machen, aber auch nicht umsonst“ – da dieser Mensch zwar angeblich alles kann, aber nichts davon tun wollte, steht die Küche gerade in verpackten Einzelteilen in drei Räumen verteilt und wird erst morgen aufgebaut, da so kurzfristig kein Ersatz verfügbar war. Und heute morgen war erstmal sein Vorgesetzter hier zu Besuch um sich das ganze „geht gar nicht“ anzusehen und um sich zu erkundigen, was gestern los war. Weil laut dem dauermotzenden Herrn Soundso, hätte ICH ihn gestern angerufen und gebeten vorbeizukommen. Und war dann nicht mal zuhausen, sondern eine Nachbarin (sicher, bei uns in der Wohnung stehen öfter mal fremde Frauen in häuslich-schluderigen Bekleidung neben meinem Mann, die auf unseren gemeinsamen Familiennamen hören). Und dank dieser mehr als sonderbaren und verstörenden kurz vor knapp Aktion gestern haben alle jetzt erstmal spürbaren Mehraufwand. Und sein Chef sowie unserer Küchenfachmensch (denn nach dem Zwergenaufstand gestern waren heute erstmal beide hier) wussten vorhin all die Dinge der Unmöglichkeit recht schnell vor Ort zu lösen.

…und jetzt sitze ich da und grüble darüber, wie es sein kann, dass in unserer Siedlung, mit all den alten, offensichtlich nicht fachgerechten Anschlüssen, nicht dauernd irgendwo eine Küche in Brand steht…

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